Old Tim Gin: Der Ursprung der britischen Gin-Kultur
Der
Old Tom Gin hat bereits eine lange Tradition. Seine Geschichte geht auf den niederländischen Genever zurück, welcher im 17. Jahrhundert durch den deutsch-niederländischen Arzt Franciskus Silvius erfunden wurde.
Der damalige britische König Wilhelm der III. von Oranien Nassau war es schließlich, der den Genever mit ins britische Empire brachte und so den ersten wahren Gin-Hype auslöste.
Da zu jener Zeit die Biersteuer erhöht wurde, wuchs die Nachfrage nach anderen Alkoholika. Gleichzeitig wuchsen die Anbauflächen für Getreide und die Produktion für den aus Getreidebrand hergestellten Gin wurde kostengünstiger. Es ließ sich sehr gutes Geld verdienen, war die Herstellung dieser Spirituose doch ohne großen Aufwand in der eigenen Badewanne möglich. Da kein Wert auf Qualität gelegt wurde, schmeckten diese, in den heimischen Badewannen heimlich hergestellten Gins vermehrt nur nach Alkohol. Unter Zugabe von reichlich Zucker, der den Alkoholgeschmack überdeckte, wurde der Geschmack erträglich.
Der Gin Konsum im vereinten Königreich nahm jedoch Überhand. Vor allem die untere Bevölkerungsschicht, die Arbeiterklasse, fand Gefallen an der billigen Spirituose. Gin wärmte bei Kälte von innen, ließ Hunger erträglicher erscheinen und versetzte Millionen Menschen in einen billigen Rausch. Die Sterberate schoss in die Höhe und die britische Regierung war gezwungen zu handeln. Und so erhängte diese den „Gin Act“, welcher nunmehr die Produktion, den Verkauf sowie den Ausschank von Gin regelte. Ohne offizielle Lizenz war es fortan verboten, Gin herzustellen oder auszuschenken.
Dies veranlasste die Pub-Betreiber sowie Untergrundbosse dazu, sich etwas einfallen zu lassen, um weiterhin die Nachfrage nach Gin zu befriedigen. Als Zeichen dafür, dass es weiterhin Gin bei Ihnen zu kaufen gab, wurde eine hölzerne Statue in Form einer schwarzen Katze von außen an der Bar angebracht. Hier konnte man zum Teil einen Penny in das Maul der Statue werfen und erhielt durch das Bein der Statue seinen Gin.
In Großbritannien nennt man alte schwarze Kater
Old Tom Cat, woraus sich schließlich der Name dieser Gin Sorte entwickelte.
Warum heißt der Old Tom Gin eigentlich Old Tom Gin?
Im britischen Empire nennt man alte schwarze Kater
Old Tom Cat. Da hölzerne Katzenstatuen vor Pubs zur Zeit des „Gin Act“ im 17.Jahrhundert das Zeichen dafür waren, dass es trotz strenger Regeln der Regierung, in eben jenen Bars Gin zu kaufen gab, entwickelte sich im Laufe der Zeit der Name
Old Tom Gin.
Jene Gin Sorte zeichnet sich dadurch aus, dass sie viel Zucker enthält. Dieser war zur damaligen Zeit nötig um den, in den eigenen vier Wänden hergestellten und vorwiegend nach Alkohol schmeckenden Gin, erträglich und trinkbar zu machen.
So wird ein Old Tom Gin hergestellt
Die Herstellung eines
Old Tom Gin unterscheidet sich nicht großartig zur Herstellung anderer Gin Sorten.
Nach der Herstellung des Neutralalkohols werden die einzelnen Zutaten in diesem eingelegt und anschließend ein zweites Mal destilliert. Dies ist das sogenannte Mazerations-Verfahren.
Alternativ können auch beim Old Tom Gin das Digestions- sowie das Perkulations-Verfahren angewandt werden.
Letzten Endes ist die Herstellung eines Old Tom Gins nicht per Verordnung festgelegt, wie es zum Beispiel beim London Dry Gin oder Dry Gin der Fall ist.
Wichtig ist und bleibt jedoch die Zugabe von Zucker, welcher diese Gin Sorte geschmacklich harmonischer machen und den herben teils bitteren Geschmack des Wacholders überdecken soll. Dabei bleibt der Zucker dennoch im Hintergrund. Schließlich handelt es sich hier immer noch um einen Gin und der soll und muss einen Wacholdergeschmack im Vordergrund aufweisen.
Wie schmeckt Old Tom Gin?
Durch die Zugabe von Zucker werden beim
Old Tom Gin die herben Noten des Wacholders etwas überdeckt. Dadurch kann man den Geschmack durchaus als lieblicher und sanfter bezeichnen, als es zum Beispiel beim Dry Gin der Fall ist.
Durch seinen milderes Geschmacksprofil eignet sich der
Old Tom Gin vor allem auch für Gin Einsteiger.
Wie trinkt man den Old Tom Gin?
Der
Old Tom Gin findet Verwendung in so manchen klassischen Rezepten. Hervorzuheben ist hier mit Sicherheit der Tom Collins, welcher bereits im späten 19. Jahrhundert durch den amerikanischen Mixologen Jerry Thomas kreiert wurde.
Seinen jetzigen Namen
Tom Collins erhielt der Cocktail erst bei seinem Siegeszug in New York, wo ein Old Tom Gin anstelle eines Dry Gins verwendet wurden war.
GiNFAMILYs Old Tom Gin Rezept: Tom Collins
Für den klassischen Tom Collins benötigt man folgende Zutaten:
5cl Old Tom Gin
3cl Zitronensaft
2cl Zuckersirup
Soda Water
Zitronenscheibe
Eiswürfel
Nun gibt man die Eiswürfel in ein Highball Glas und füllt dieses anschließend mit dem Gin, dem Zitronensaft und dem Zuckersirup. Zum Schluss füllt man das Ganze mit Soda Water auf und garniert den Drink mit der Zitronenscheibe.
Fragen unserer Kunden zum Old Tom Gin:
Wie trinkt man einen Old Tom Gin?
Aufgrund ihrer Süße finden Old Tom Gins häufig in Cocktails oder Longdrinks Anklang. Der wohl bekannteste Cocktail, in welchem der Old Tom Gin verwendet wird, ist der
Tom Collins.
Welches Tonic Water passt zu einem Old Tom Gin?
Da ein
Old Tom Gin von sich aus bereits eine gewisse Süße mitbringt, wird er seltener als Gin Tonic getrunken. Wer es dennoch ausprobieren möchte, der sollte darauf achten, eher zu einem Dry Tonic zu greifen, damit der Drink nicht zu süß wird.
Wie serviert man einen Old Tom Gin?
Der Old Tom Gin wird klassischer Weise in einem High Ball Glas serviert. Dabei sollte man auf die Füllmenge von mindestens 220ml achten, da Rezepte, wie z.B. der Tom Collins mit Soda Water aufgefüllt werden.
Warum heißt der Gin „Old Tom“?
Im britischen Empire nennt man alte schwarze Kater
Old Tom Cat.
Der Name dieser Gin Sorte geht auf die hölzernen Katzenstatuen zurück, welche im 17. Jahrhundert vor die Pubs gehangen wurden. Damals waren Produktion, Verkauf und Ausschank von Gin stark geregelt. Die Katzenstatuen zeigten den Leuten damals, dass es in diesen Pubs auch ohne Lizenz Gin zu kaufen gab. Und so wurden die Katzen, die Old Tom Cats, Sinnbild des heutigen
Old Tom Gin.